Nandan Joshi
Nandan Joshi
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Note: This article appeared in local magazine, ExtraTip Göttingen, in Frag den Wissenschaftler section on 7th March 2010.

Dies gehoert zu den fundamentalen Fragen der Menschheit. Die Darstellung der Ausserirdischen in der Fiktion erfuellt den Zweck der Unterhaltung, jedoch nicht der Wahrheit. Aus wissenschaftlicher Sicht kann man sagen:

wir wissen es (noch) nicht.

Trotzdem kann man ein bisschen Klarheit aus dem heutigen Kenntnisstand gewinnen.

Es gibt Milliarden von Galaxien und wiederum Milliarden von Sternen. Daher kann man die Frage stellen ob so eine Lebensform wie der Mensch ueberall entstehen kann.

Die physikalischen Gesetze sind gleich gueltig im ganzen Universum. Ausserirdische sind im allgemeinen Fall nichts Anderes als eine Lebensform. Eine Lebensform besteht aus der komplexen Zusammensetzung von Molekuelen. Die Hauptvoraussetzungen sind Existenz von schweren Elementen und Loesungsmittel, die solche Molekuele bauen koennen. Die Supernova-Explosionen von kurzlebigen schweren Sternen sind die Hauptquelle von solchen Elementen.

Sterne sind gluehende Gaskugeln, die meistens aus leichten Elementen wie Helium und Wasserstoff bestehen. Daher ist es nicht vorstellbar, dass Leben auf Sternen entstehen kann. Dann bleiben nur die Planeten, und da kann man tatsaechlich schwere Elemente finden.

Aber wie viele Sterne haben ueberhaupt Planeten? Mehr als die Haelfte aller Sterne in unserer Galaxie sind Doppelsterne, d.h. diese bieten wenig Raum fuer stabile Umlaufbahnen der Planeten und sind in dieser Diskussion ausgeschlossen. Man braucht immer solche Sterne, die lange leben, um Planetenentstehung- und Entwicklung zu ermoeglichen. Schwere Sterne sind ausgeschlossen, denn sie leben zu kurz. Allerdings bleiben immer noch Milliarden von Sternen, die potentielle Kandidaten fuer Planeten sind, jedoch nicht unbedingt fuer bewohnbare Planeten.

Ausser schweren Elementen braucht man Loesungsmittel. Wasser ist ein sehr geeignetes Mittel fuer weitere Molekuelbindungen. Wasser kann aber nicht auf jedem Planet existieren. Man definiert daher die so genannte ‘Habitable Zone’. Das ist die Entfernung vom Stern, in der Wasser in fluessiger Form existieren kann. Diese Zone haengt von der Leuchtkraft des Sternes ab. Das bedeutet, fuer heissere Sterne ist die Zone weit vom Stern entfernt aber fuer kuehlere Sterne ist sie naeher. Heissere (schwere) Sterne sind wie oben diskutiert ausgeschlossen. Zu kuehle Sterne sind auch ausgeschlossen, denn wenn die Planeten zu nah zum Stern stehen, dann verursacht dies synchrone [gebundene] Rotation und erlaubt daher keine Existenz einer quasi-homogenen [lebensfreundlichen] Atmosphaere. Dann bleiben nur noch so genannte sonnenaehnliche Sterne. Das heisst, wenn es ausserirdisches Leben geben soll, dann sollten aehnliche Bedingungen herrschen wie in unserem Sonnensystem.

Auch wenn man lange einen Planet in habitabler Zone hat, heisst das nicht unbedingt, dass sich menschen-aehnliches Leben entwickeln kann. Es dauert Millionen Jahre und vielzahlige Mutationen, um ein komplexes und intelligentes Wesen wie den Menschen zu erschaffen, der Bewusstsein besitzt und eine Zivilisation gruendet. Es gibt die so genannte Drakesche Formel, die nach der Abschaetzung aus oben genannten Parametern statistisch besagt, wie hoch die Anzahl der intelligenten Zivilisationen unserer Galaxie ist. Die Schaetzungen sind genau so willkuerlich wie die Lottozahlen der naechsten Woche.

Abhaengig von der Planetenatmosphaere koennen viele verschiedenen Arten von Kreaturen auf einem Planet entstehen, ob sie jedoch eine Intelligenz entwickeln koennen, um mit uns zu kommunizieren ist eine andere Frage. Die Distanzen im All sind zu gross, um jegliche Art von Kommunikation zu erlauben. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Seit 15 Jahren gibt es staendig neue Entdeckungen von Planeten, sogar einige in habitabler Zone. Die Zukunft wird Gewissheit bringen. Das heisst die zentrale Frage, ob es Ausserirdische gibt, kann heute noch nicht beantwortet werden.

Abschliessend, mit Oscar Wildes Worten:

“Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt, die meisten Menschen existieren nur.”